Der Jahresbeginn brachte eine steuerliche Änderung für die Gastronomie. Die Mehrwertsteuer auf Speisen sank von 19 auf 7 Prozent. Viele Gäste hofften auf niedrigere Rechnungen. In Leipzig zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Gastronomen erklären, warum Entlastung nicht automatisch günstigere Preise bedeutet und wie sich dies auf die lokale Gastronomie auswirkt, mehr hier.
Inhaltsverzeichnis
- Henrik Dantz Leipzig
- Domenico Giorgi Italienisches Ristorante Paganini
- Carl Pfeiffer Volkshaus Leipzig
- Peter Kögler SchnitzelLiebe Leipzig
Henrik Dantz Leipzig
Henrik Dantz (54) betreibt in Leipzig mehrere Lokale, darunter Milchbar Pinguin, Barfusz, Donna und das Kaffeehaus „Zum Arabischen Coffe Baum“. Er betont, dass die Steuersenkung notwendig gewesen sei. Sie stabilisiere Betriebe betriebswirtschaftlich. Gleichzeitig reiche sie nicht aus, um die gestiegenen Kosten auszugleichen. Der Mindestlohn liegt inzwischen bei 13,90 Euro. „Es bleibt eine Differenz.“
Nach dem Jahreswechsel blieben die Preise in seinen Cafés und Restaurants zunächst stabil. Eine Anpassung im Laufe des Jahres schließt er jedoch nicht aus. Grund sind stark gestiegene Einkaufspreise. Eine Senkung der Speisenpreise sei mit der aktuellen Kostenlage nicht möglich. Die steuerliche Entlastung wirke daher nur begrenzt.
Domenico Giorgi Italienisches Ristorante Paganini
Auch Domenico Giorgi, Leiter des Ristorante Paganini, verweist auf höhere Ausgaben. „Die ganzen Lebensmittel sind teurer geworden.“ Die Steuersenkung betreffe ausschließlich Speisen. Getränke unterliegen weiterhin 19 Prozent Umsatzsteuer. Gleichzeitig erhöhten Brauereien und Getränkelieferanten ihre Preise deutlich, was die Bierkultur zusätzlich beeinflusst.
Die Bundesregierung verfolgt mit der Maßnahme das Ziel, die Branche zu stärken. Giorgi erklärt, dass das zusätzliche Geld kaum mehr als die laufenden Mehrkosten decke. Ohne diese Entlastung wäre der Fortbestand seines Restaurants gefährdet gewesen. Eine Weitergabe der Steuersenkung an die Gäste sei unter diesen Bedingungen nicht realisierbar.
Carl Pfeiffer Volkshaus Leipzig
Carl Pfeiffer, Betreiber von Volkshaus, Killiwilly, Café Luise und Kaiserbad, berichtet von Kritik in sozialen Medien. „Die Gäste sind alle stinksauer“. Der Vorwurf lautet, die Senkung werde nicht weitergegeben. Pfeiffer stellt klar, dass es nicht um Gewinnmaximierung gehe. Oft gehe es lediglich um das Überleben der Betriebe, ähnlich wie bei anderen wirtschaftlichen Belastungen, siehe hier.
„Wäre die Mehrwertsteuersenkung nicht gekommen, wären die Preise überall dramatisch gestiegen“. Hauptgrund seien erneut höhere Personalkosten durch den Mindestlohn. Pfeiffer verfolgt das Ziel, die Preise so niedrig wie möglich zu halten. Zu hohe Rechnungen könnten Kunden dauerhaft vertreiben.
Peter Kögler SchnitzelLiebe Leipzig
Peter Kögler (57) bringt fast 40 Jahre Berufserfahrung mit. Gemeinsam mit Annett Selbmann (51) leitet er SchnitzelLiebe Leipzig. Er beobachtet die Entwicklung kritisch. Viele Eckkneipen schließen. Damit verschwinden Orte des Zusammenkommens und kulturelle Treffpunkte.
Die Steuersenkung auf Speisen bezeichnet er als spürbare Erleichterung. Sie ermögliche Investitionen, die zuvor nicht finanzierbar waren. Dazu zählt die Verschönerung der Außenanlage. Die Preise bleiben stabil, werden aber nicht gesenkt.
Am Ende eint alle befragten Gastronomen ein Punkt. Der Schritt der Bundesregierung wird als richtig und wichtig bewertet. Eine direkte Entlastung der Gäste bleibt dennoch aus.
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FAQ
Warum wurden die Preise in Leipziger Restaurants trotz Steuersenkung nicht gesenkt?
Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf 7 Prozent reicht nach Angaben der Gastronomen nicht aus, um gestiegene Kosten für Personal, Lebensmittel und Energie auszugleichen.
Welche Rolle spielt der Mindestlohn für die Gastronomie in Leipzig?
Der Mindestlohn liegt aktuell bei 13,90 Euro und verursacht deutlich höhere Personalkosten, die durch die Steuersenkung nur teilweise kompensiert werden können.
Warum profitieren Getränke nicht von der Mehrwertsteuersenkung?
Die steuerliche Entlastung gilt ausschließlich für Speisen, während auf Getränke weiterhin 19 Prozent Umsatzsteuer erhoben werden.
Wie bewerten Leipziger Gastronomen die Entscheidung der Bundesregierung?
Alle befragten Gastronomen bewerten die Maßnahme als richtig und wichtig, da sie zur wirtschaftlichen Stabilisierung der Betriebe beiträgt.
Werden die Preise in Leipziger Restaurants künftig steigen?
Mehrere Betreiber schließen Preisanpassungen im Laufe des Jahres nicht aus, da die Einkaufspreise und laufenden Kosten weiter steigen.
Quelle: TAG24, MILEKCORP