Leipziger Wege zwischen Tradition und neuer Belastung
Leipziger Wege zwischen Tradition und neuer Belastung, Pixabay/Foto illustrativ

Die Diskussion um den Zustand vieler Park- und Radwege in Leipzig sorgt weiterhin für Spannungen im Stadtrat. Besonders die SPD-Fraktion unter Andreas Geisler kritisiert fehlende Antworten auf ihre Fragen.

Inhaltsverzeichnis:

Andreas Geisler und die Kritik an der Stadtverwaltung

Am 27. August zeigte sich SPD-Stadtrat Andreas Geisler enttäuscht über die Antwort des Umweltdezernats. Seiner Meinung nach seien wichtige Punkte zur Pflege wassergebundener Wege nicht ausreichend beantwortet worden. Offene Fragen blieben etwa zu Kosten, Geräten, Pflegezyklen und Verantwortlichkeiten.

Geisler verwies darauf, dass diese Wege zwar günstiger als Asphaltstraßen gebaut werden können, ihre Instandhaltung jedoch erheblich aufwändiger ist. Besonders klimatische Veränderungen wie lange Trockenperioden oder Starkregen belasten die Wege zusätzlich.

Heiko Rosenthal und die Rolle der Ausschüsse

Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal erklärte, dass die Detailfragen eher in den Fachausschuss gehörten. CDU-Stadtrat Falk Dossin betonte jedoch, dass es nicht nur um Parkwege geht, sondern auch um Wege in Ortsrandsiedlungen. Dort seien wassergebundene Decken ebenso verbreitet.

Die SPD-Fraktion wies in ihrem Fragenkatalog darauf hin, dass diese Bauweise anfällig für Erosion ist. Auf Gefällestrecken spült Regen die oberste Schicht weg, wodurch Schlaglöcher entstehen. Auch schwere Forst- und Landwirtschaftsmaschinen verschärfen die Schäden.

Probleme im Überblick

  • Rinnenbildung bei starkem Regen
  • Staubentwicklung bei Trockenheit
  • Schäden durch Schneeräumungen
  • Belastung durch Fahrzeuge über 20 km/h

Amt für Stadtgrün und Gewässer und die Tradition der Bauweise

In der Antwort der Verwaltung wurde betont, dass wassergebundene Wege eine lange Tradition haben, unter anderem im Johannapark. Sie seien angenehm zu begehen und bei regelmäßiger Wartung langlebig. Dennoch räumte das Amt für Stadtgrün und Gewässer ein, dass Hauptwege künftig nicht ausschließlich mit dieser Bauweise erhalten bleiben können.

Vorgeschlagen wurde der Ausbau der Ferdinand-Lasalle-Straße als Fahrradstraße sowie ein neuer Radweg entlang der Karl-Tauchnitz-Straße. Damit soll die Belastung im Johannapark reduziert werden.

E-Bikes, E-Roller und die wachsende Belastung

Besonders problematisch ist der zunehmende Verkehr durch E-Bikes und E-Roller. Sie sind schwerer als herkömmliche Fahrräder und lockern das feine Material schneller. In trockenen Perioden entsteht dadurch starker Staub.

Das Amt für Stadtgrün und Gewässer sieht deshalb den Ausbau des Hauptradnetzes außerhalb der Parkanlagen als dringend notwendig. In den geltenden Regelwerken gibt es jedoch bisher keine expliziten Vorgaben für diese Fahrzeuge.

Zunahme der Nutzung von Elektrorollern
Zunahme der Nutzung von Elektrorollern, Pixabay/Foto illustrativ

Radverkehrskonzept 2030+ und künftige Maßnahmen

Im Rahmen des Radverkehrskonzepts 2030+ ist vorgesehen, alle Basisrouten des Hauptradnetzes als Ganzjahresbefestigungen auszubauen. Wassergebundene Wege sind dafür ungeeignet, da sie bei Trockenheit stauben, bei Regen verschlammen und im Winter aufreißen.

Das bedeutet:

  1. Asphalt soll auf zentralen Routen bevorzugt werden.
  2. Pflegekapazitäten reichen derzeit nicht aus.
  3. Reparaturen können die Abnutzung durch hohen Radverkehr nicht ausgleichen.

Andreas Geisler vermutet, dass die Antwort eher aus dem Planungsdezernat stammt. Klar ist aber, dass auch Wege am Elsterflutbett betroffen sein werden. Ob das Umweltdezernat eine verkehrliche Regelung für E-Bikes und E-Roller entwickelt, bleibt abzuwarten.

Damit steht fest, dass wassergebundene Wege zwar Tradition haben, für die Zukunft des Leipziger Radverkehrs jedoch nicht mehr ausreichen.

Quelle: Leipziger Zeitung