Streiks an Flughäfen
Streiks an Flughäfen, Foto: Pixabay

Reisende in Europa müssen sich in den kommenden Monaten auf zahlreiche Störungen einstellen. Sowohl in Portugal als auch in Spanien kommt es bis Ende 2025 zu anhaltenden Streiks des Bodenpersonals. Betroffen sind Dutzende Flughäfen und zahlreiche Fluggesellschaften. Für Urlauber bedeutet das mögliche Flugausfälle, lange Wartezeiten und ungeplante Übernachtungen.

Inhaltsverzeichnis:

Portugal mit Menzies Aviation

In Portugal ruft das Bodenpersonal der Firma Menzies bis zum 2. Januar 2026 regelmäßig zum Streik auf. Betroffen sind alle Flughäfen des Landes, darunter Lissabon, Porto, Faro, Funchal und Porto Santo. Auch die Inseln sind eingeschlossen.

Die Gewerkschaften haben folgende Termine bekannt gegeben:

  • September: 12.–15., 19.–22., 26.–28.
  • Oktober: jedes Wochenende Freitag bis Montag
  • November: 7.–10., 14.–17., 21.–24., 28.–1. Dezember
  • Dezember: 5.–8., 12.–15., 19.–2. Januar 2026

Mehr als 20 Fluglinien sind betroffen, darunter Lufthansa, Iberia, Swiss, British Airways, Air France, KLM, Emirates und TAP. Das Bodenpersonal ist für Gepäckabfertigung, Check-in und Vorbereitungen vor Abflug zuständig, daher drohen erhebliche Verzögerungen und Flugstreichungen.

Gründe für den Ausstand

Die Gewerkschaften fordern höhere Löhne, die teils unter dem Mindestlohn liegen. Zudem seien Nacht- und Schichtzuschläge nicht ausgezahlt und vereinbarte Gehaltserhöhungen nicht umgesetzt worden.

Auswirkungen auf Passagiere

  • Flugausfälle und Verspätungen
  • Lange Warteschlangen am Check-in
  • Gepäckprobleme

Spanien mit Ryanair und Menzies

Auch in Spanien wurde ein umfangreicher Streikplan angekündigt. Die Gewerkschaft Unión General de Trabajadores (UGT) hat die Beschäftigten von Azul Handling, einer Tochtergesellschaft von Ryanair, zum Arbeitskampf aufgerufen.

Der Start erfolgte am 15. August. Bis zum 31. Dezember 2025 soll an 22 Tagen gestreikt werden. Die Ausstände betreffen jeweils die Frühschicht von 5–9 Uhr, die Mittagsschicht von 12–15 Uhr sowie die Abendschicht von 21–23.59 Uhr.

Die geplanten Termine:

  • August: 15.–17., 23.–24., 30.–31.
  • September: 6.–7., 13.–14.
  • Oktober: 11.–12.
  • November: 1.–2., 8.–9.
  • Dezember: 20.–21., 27.–28., 31.

Betroffene Flughäfen

  • Madrid
  • Barcelona
  • Valencia
  • Sevilla
  • Málaga
  • Alicante
  • Ibiza
  • Palma de Mallorca
  • Girona
  • Teneriffa Süd
  • Lanzarote
  • Santiago

Parallel dazu wurden auch Menzies-Mitarbeiter in Spanien zu Streiks aufgerufen. Emirates, British Airways, Easyjet und Wizz Air könnten ebenfalls beeinträchtigt sein.

Rechte der Fluggäste

Flugreisende in der EU sind durch die Fluggastrechteverordnung geschützt. Bei Verspätungen ab drei Stunden oder Flugausfällen haben Passagiere Anspruch auf alternative Beförderung oder eine kostenlose Stornierung ab fünf Stunden.

Wichtige Punkte im Überblick:

  1. Airlines müssen Reisende informieren.
  2. Bei Pauschalreisen ist der Veranstalter zuständig.
  3. Anspruch auf Verpflegung und Getränke bei langen Wartezeiten.
  4. Anspruch auf Unterkunft und Transport bei Übernachtungen.
  5. Kein Anspruch auf Entschädigung bei Streiks des Bodenpersonals, da diese außerhalb der Kontrolle der Airlines liegen.

Ausnahmefälle

Laut Expertinnen wie Lena Knoblauch und Feyza Türkon von Flightright kann es dennoch Situationen geben, in denen eine Ausgleichszahlung möglich ist, etwa wenn Flüge vor dem offiziellen Streiktermin gestrichen werden oder wenn Ersatzbeförderungen stark verzögert erfolgen.

Überblick der geplanten Streiks

Land Zeitraum Betroffene Flughäfen Airlines u.a.
Portugal Sept. 2024 – Jan. 2026 Lissabon, Porto, Faro, Funchal, Porto Santo Lufthansa, Iberia, Swiss, British Airways, Air France, TAP
Spanien Aug. 2024 – Dez. 2025 Madrid, Barcelona, Málaga, Valencia, Ibiza u.a. Ryanair (Azul Handling), Emirates, British Airways, Easyjet, Wizz Air

Sowohl Portugal als auch Spanien bleiben über Monate hinweg von Arbeitsniederlegungen im Luftverkehr betroffen. Reisende sollten Fluginformationen stets frühzeitig prüfen und mit Verzögerungen rechnen.

Quelle:Reise Reporter