Spielunterbrechung nach rassistischen Rufen in Leipzig
Spielunterbrechung nach rassistischen Rufen in Leipzig, Pixabay/Foto illustrativ

Ein DFB-Pokal-Spiel im August zwischen dem 1. FC Lokomotive Leipzig und dem FC Schalke 04 sorgt weiterhin für juristische Konsequenzen. Nach den rassistischen Rufen gegen den Schalker Spieler Christopher Antwi-Adjei steht der Regionalligist aus Leipzig nun im Fokus des Deutschen Fußball-Bundes. Das DFB-Sportgericht hat einen Strafantrag wegen fortgesetzten unsportlichen Verhaltens der Anhänger gestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Strafe gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig

Der DFB fordert eine Geldstrafe von 30.000 Euro und eine Teilsperre für Zuschauer. Beim nächsten möglichen DFB-Pokal-Spiel sollen die Fans auf dem sogenannten Dammsitz nicht zugelassen werden. Laut den Verantwortlichen von Lok Leipzig wurde der Strafantrag dem Verein am Mittwoch offiziell mitgeteilt.

Sportdirektor Toni Wachsmuth (38) erklärte gegenüber TAG24: "Wir stimmen dem Strafantrag des DFB in der Form nicht zu." Nach seiner Einschätzung sei die Kombination beider Strafen für einen Regionalligisten "sehr, sehr schwer stemmbar". Der Verein plane daher, Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen.

Der Vorfall um Christopher Antwi-Adjei

Während des Spiels zwischen Lok Leipzig und Schalke 04 am 17. August kam es zu einem rassistischen Zwischenfall. Der Schalker Angreifer Christopher Antwi-Adjei wurde beim Einwurf von einem Zuschauer beleidigt. Nach Angaben des Schiedsrichterteams soll eine Person "scheiß N****" gerufen haben. Der 31-Jährige informierte sofort den Linienrichter, woraufhin die Partie für vier Minuten unterbrochen wurde.

Lok Leipzig reagierte anschließend mit einer offiziellen Entschuldigung. In der Vereinsmitteilung hieß es: "Diese Stimme hat einen Schatten auf einen wundervollen Fußballnachmittag geworfen."

Reaktionen der Trainer Jochen Seitz und Miron Muslic

Lok-Trainer Jochen Seitz (49) bezeichnete den Vorfall als Tat "eines einzelnen Idioten". Diese Aussage stieß jedoch auf Kritik. Schalke-Coach Miron Muslic (43) widersprach öffentlich. Er betonte, dass das Problem größer sei und im gesamten Stadion zu beobachten war. "Das ist keine Einzelaktion. Leider ist es so, dass man das verharmlost und das dann abschiebt als eine Person. Das sehe ich nicht so."

Die unterschiedlichen Einschätzungen der beiden Trainer zeigen, wie unterschiedlich der Vorfall wahrgenommen wurde. Während Seitz von einer isolierten Tat sprach, sah Muslic strukturelle Probleme im Verhalten der Zuschauer.

Juristische und sportliche Folgen für Lok Leipzig

Das Verfahren gegen Lok Leipzig ist noch nicht abgeschlossen. Der Strafantrag des DFB stellt kein rechtskräftiges Urteil dar. Der Verein hat das Recht, innerhalb einer Frist Einspruch einzulegen. Sollte dieser abgelehnt werden, droht Lok die Zahlung der vollen Strafe sowie die Teilsperrung des Stadions.

Die Entscheidung des DFB wird in den kommenden Wochen erwartet. Sie dürfte ein wichtiges Signal im Kampf gegen rassistische Vorfälle im deutschen Fußball setzen.

Der Fall zeigt, dass der DFB auf diskriminierendes Verhalten konsequent reagiert und Vereine in die Verantwortung nimmt.

Quelle: TAG24, YouTube