Bergner verlässt Chemie Leipzig
Bergner verlässt Chemie Leipzig, Pixabay/ Foto illustrativ

Ein unerwarteter Personalwechsel sorgt in Leipzig-Leutzsch für Aufsehen. Nach nur acht Monaten beendet Chemie Leipzig die Zusammenarbeit mit David Bergner, der als Teil der Sportlichen Leitung und Berater tätig war. Der Verein bestätigte die Entscheidung am Mittwoch, dem 20. August 2025.

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Unterschiedliche auffassungen zwischen Bergner und Vorstand

Der Grund für das schnelle Ende sind unterschiedliche Ansichten über die sportliche Weiterentwicklung und das Aufgabenprofil der Sportlichen Leitung. Zusätzlich spielte die Doppelbelastung durch Bergners Beruf eine Rolle. Gregor Schoenecker, Vorstand Sport bei Chemie, erklärte, dass die Leitung künftig wieder hauptamtlich besetzt werden soll. Bergner arbeitet weiterhin als Grundschullehrer in Brandenburg, was eine volle Ausübung seiner Funktionen verhinderte.

Nach Angaben von „Sport im Osten“ führten auch Spannungen im Verhältnis zu Teilen der Mannschaft und Mitgliedern verschiedener Vereinsgremien zur Trennung. Damit endete eine Phase, in der Bergner an zentralen Entscheidungen beteiligt war.

Von der quadriga 2.0 bis zum interimstrainer

Bergner kam im Dezember 2024 als Teil der sogenannten „Quadriga 2.0“ zu Chemie Leipzig. Er war Mitverantwortlicher für die Entlassung von Trainer Miroslav Jagatic und für die Verpflichtung von Adrian Alipour als Nachfolger. Zwischenzeitlich übernahm er selbst als Interimstrainer, konnte in acht Pflichtspielen jedoch nur einen Sieg erzielen. Sein Punkteschnitt lag bei 0,63.

Zu den wichtigsten Aufgaben zählte die Neuausrichtung der Mannschaft. Bergner leitete umfassende Veränderungen im Kader ein. 17 Spieler verließen das Team, 15 neue Profis wurden verpflichtet. Gleichzeitig begann der Verein mit einer Professionalisierung des Trainingsbetriebs. Seit dieser Saison trainiert die Mannschaft überwiegend vormittags, nicht mehr wie früher fast ausschließlich nachmittags.

Chemie Leipzig im sportlichen tief

Trotz dieser Maßnahmen verlief der Start in die aktuelle Spielzeit schwach. Nach drei Niederlagen in drei Spielen steht Chemie Leipzig in der Regionalliga Nordost auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Umbruch, den Bergner angestoßen hatte, zeigt bislang keine sportlichen Erfolge.

Der 51-Jährige war seit 2019 bei mehreren Vereinen nur für kurze Zeit tätig. Stationen waren unter anderem Rot-Weiß Erfurt, der Chemnitzer FC, Meuselwitz, Teutonia Ottensen sowie die litauische Nationalmannschaft als Co-Trainer. Seine längste Amtszeit hatte er in Chemnitz mit 65 Spielen zwischen Januar 2018 und September 2019.

Konflikte mit Meuselwitz und kurze engagements

Im Sommer 2025 kam es zusätzlich zu einer Auseinandersetzung zwischen seinem Ex-Verein Meuselwitz und Chemie Leipzig. Hintergrund war die vorzeitige Freigabe eines Spielers, die Chemie verweigerte. Auch diese Situation sorgte für Diskussionen rund um Bergners Rolle.

Damit endet ein weiteres Kurzzeit-Engagement des früheren Profis vom 1. FC Nürnberg, Sachsen Leipzig und Union Berlin. Ob er in absehbarer Zeit erneut eine Aufgabe im Profi- oder Amateurfußball übernimmt, bleibt offen.

 Quelle: MDR